Bildungsarbeit der Lebenshilfe NRW wird dezentral

Lebenshilfe NRW muss Bildung- und Tagungshaus Haus Bröltal schließen.

Haus Bröltal

Ruppichteroth. Die Lebenshilfe Bildung NRW gGmbH muss ihre Bildungs- und Tagungsstätte Haus Bröltal in Ruppichteroth schließen. Die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter, die bisher für die Betriebsführung des Hauses Bröltal zuständig waren, ist leider nicht möglich. Die Bildungsarbeit mit den beschäftigten Bildungsreferenten für Menschen mit Behinderung und in der Familienbildungsstätte Sankt Augustin wird fortgeführt. Ein neuer zentraler Ersatzstandort für Haus Bröltal wird nicht gesucht. Gleichzeitig entsteht ein dezentrales Bildungsangebot für Menschen mit Behinderung, das bisher in der Bildungs- und Tagungseinrichtung angeboten wurde, in unterschiedlichen Regionen Nordrhein-Westfalens geplant.

„Wir bedauern sehr, das Haus Bröltal schließen zu müssen. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, vor allem mit Blick auf die langjährigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die das Haus betrieben haben. Ihnen wünschen wir, trotz dieser für Sie traurigen Nachricht, alles Gute für Ihre persönliche Zukunft“, sagt Geschäftsführer Herbert Frings. Über die Kündigungen wurden die Angestellten auf einer Mitarbeiterversammlung informiert. Der Plan, die Immobilie schnell zu verkaufen und den Angestellten aus Service und Hausführung so eine Zukunft im Haus Bröltal zu ermöglichen, konnte mangels Kaufinteressenten bisher nicht realisiert werden. Da die Lebenshilfe Bildung NRW gGmbH vor Ort keine weiteren Einrichtungen betreibt, konnten den Mitarbeitern leider nur Ersatzarbeitsplätze bei Schwesterunternehmen in Olpe und Siegen angeboten werden.

Die Lebenshilfe Bildung NRW gGmbH wird als Bildungsträger für die Familienbildungsstätte Sankt Augustin und für Menschen mit Behinderung bestehen bleiben. Jedoch wird es künftig keine zentrale Bildungsstätte für die Seminare mehr geben. „Wir werden unsere Bildungsangebote für Menschen mit Behinderung in Zukunft in barrierefreien nordrhein-westfälischen Tagungshäusern anbieten. Dies bedeutet, wir kommen näher zu unseren Kunden. Wir führen momentan gute Gespräche mit Trägen von Tagungshäusern, in denen wir künftig unsere vielfältigen Bildungsangebote für Menschen mit Behinderung anbieten möchten. Neben dem Rheinland besteht der Wunsch, unsere Angebote für Menschen mit Behinderung ab dem kommenden Jahr auch im Raum Ostwestfalen-Lippe und im Münsterland anzubieten“, erklärt Frings weiter.

Mitte Juni hatte die Lebenshilfe Bildung NRW gGmbH aufgrund eines hohen Investitionsstaus des Bildungs- und Tagesstätte Haus Bröltal eine Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, mit dem Ziel, das Unternehmen zu sanieren und neu aufzustellen. Beraten wird die Lebenshilfe Bildung NRW gGmbH in diesem Verfahren von den Sanierungsexperten der Buchalik Brömmekamp Unternehmensberatung (Düsseldorf).

Hintergrund:
Die vorläufige Eigenverwaltung (§270a InsO)
Seit dem 1. März 2012 lässt die neue Insolvenzordnung auf Antragstellung eine sogenannte vorläufige Eigenverwaltung zu. In der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung weiterhin im Amt und kann die Geschicke des Unternehmens weiter lenken. Anstatt eines vorläufigen Insolvenzverwalters wird ein vorläufiger Sachwalter bestellt. Der vorläufige Sachwalter hat hauptsächlich die Aufgabe, die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu prüfen und die Geschäftsführung zu überwachen. Im Einvernehmen mit den Gläubigern, dem vorläufigen Sachwalter und dem Insolvenzgericht will das Verfahren die Fortführung eines Unternehmens unter dem Schutz der Insolvenzordnung ermöglichen. Ziel des Verfahrens ist es, dem Unternehmen nach Möglichkeit den bisherigen Gesellschafterkreis zu erhalten und es nicht zu zerschlagen. Regelmäßig gehen Unternehmen deutlich gestärkt aus diesem Verfahren hervor, denn die Passivseite der Bilanz wird durch Gläubigerverzichte erheblich gestärkt.

Über Lebenshilfe Bildung NRW:
Die Lebenshilfe Bildung NRW gGmbH ist der Bildungsträger des Landesverbandes Lebenshilfe NRW und bietet mit ihren 105 Mitarbeitern Leistungen im Bereich Bildung und Reisen für Menschen mit Behinderung an. Sie ist ebenso Service- und Beratungsstelle für den Bundesfreiwilligendienst und das Freiwillige Soziale Jahr. Dazu betreibt das Unternehmen mehrere Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen.

 
 

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