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Ausgabe 4/2020

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Menschen mit Behinderung interviewen Kommunalpolitiker vor der Wahl im Hochsauerlandkreis.

Dietmar Schwalm (Linke) stellte sich den Fragen von Lena Houska, Benjamin Wulf und Zorica Stiewe.
Dietmar Schwalm (Linke) stellte sich den Fragen von Lena Houska, Benjamin Wulf und Zorica Stiewe.
© Philipp Peters / Lebenshilfe

Vor der Kommunalwahl im September luden Menschen mit Behinderung die zur Wahl stehenden Politiker zum Einzelinterview ein. Das eher ungewöhnliche Format war auch eine Folge der Umstände um die Corona-Pandemie.

„In Zukunft werden wir vermutlich eine Podiumsdiskussion machen, dass erzeugt mehr Spannung und Dialog zwischen den Kandidaten und den Menschen mit Behinderung“, sagte Jakob Ostermann Er ist Fachberater der Erweiterten Unabhängigen Teilhabeberatung Hochsauerlandkreis (EUTB), die das Format entwickelt hat.

Den Auftakt der Interviews machte Ende Juli Dietmar Schwalm (Linke). Er stellte sich den Fragen der Teilhabeberater Anna-Lena Houska, Zorica Stiewe und Benjamin Wulf. Sie alle sind Peer-Berater der EUTB, das bedeutet, sie haben selbst eine Beeinträchtigung und beraten gemeinsam mit den Fachberatern Menschen mit Behinderung. Sie können, anders als die Fachberater, aus ihren eigenen Erfahrungen heraus beraten.

Die Fragen der Berater drehten sich von Barrierefreiheit im Kreis über medizinischen Cannabiskonsum bis hin zu mehr Teilhabe am Arbeitsleben. Bei der Frage nach mehr Leichter Sprache musste Dietmar Schwalm als Ratsmitglied selbstkritisch zugeben, „da müssen wir als Fraktion Die Linke auch mehr machen. Leichte Sprache hilft den Menschen, wenn man Inklusion auf alle Menschen bezieht, nicht nur Menschen mit Behinderung“.

Durch persönlichen Kontakt Barrieren abbauen

Die Politiker aller Parteien mussten sich immer mit den gleichen Fragen auseinander setzten, so dass die Teilhabeberater sich ein gutes Bild über die verschiedenen Positionen machen konnten. „Leider ist ein Kandidat gar nicht kommen und hat sich auch nicht abgemeldet. Generell war es aber ein schönes Angebot mit der Politik ins Gespräch zu kommen. So konnten Menschen mit Beeinträchtigung zeigen, ‚wir sind auch da‘“, sagte Jacob Ostermann. Allerdings bewertet er die Nachhaltigkeit als schwierig. „Die Kandidaten haben natürlich das gesagt, was die Menschen mit Behinderung gerne hören möchten.“ Die EUTB wird in Zukunft aber genau hinschauen.

Für Jakob Ostermann waren die Interviews insgesamt eine erfolgreiche Arbeit der EUTB. „Es war gut, um Kontakt zu knüpfen. Der persönliche Kontakt hat auch Barrieren bei den Menschen mit Behinderung abgebaut.“ Die Gespräche waren hilfreich, um Kritik zu üben und über die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung zu informieren. Jacob Ostermann: „Ein Kandidat hat sogar in einem Fall ganz persönliche Hilfe angeboten.“

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