ERASMUS+

Hejhej! Szia! oder Hoi! - Heilerziehungspflegerinnen zu Gast in Schweden, Ungarn und den Niederlanden

Angehende Heilerziehungspfleger/innen des Lebenshilfe NRW Berufskollegs absolvieren erfolgreich ihre Auslandspraktika

"Ich wandere aus!" Mit diesen Worten fasst eine Auszubildende der Heilerziehungspflege (HEP) des Lebenshilfe NRW Berufskollegs ihr Auslandspraktikum in Schweden zusammen. Ähnlich begeistert waren die anderen Auszubildenden nach ihren Auslandspraktika in Ungarn, Schweden und den Niederlanden. Die Praktika sind Teil des Programms ERASMUS+ Mobilität in der Berufsbildung, das das Projekt "Heilerziehungspflege in Europa @ grenzenlos interkulturell und inklusiv" unterstützt.

Gruppenwohnungen in Föreningen Solåkrabyn, SchwedenIm Frühjahr 2015 absolvierten acht Auszubildende des Lebenshilfe NRW Berufskollegs je ein zweiwöchiges Praktikum in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in Ungarn, Schweden und in den Niederlanden. Eine Lehrkraft war außerdem zur Fortbildung in Schweden. Während des Praktikums unterstützten die Heilerziehungspfleger Menschen mit Behinderung in einem Wohnheim mit angegliederter Werkstatt und Tagesförderung. Sie lernten die einrichtungsspezifischen Arbeitsabläufe und Kommunikationswege kennen. Alle Projektbeteiligten setzten sich mit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auseinander. Außerdem fand ein Austausch über didaktisch-methodische und kreative Möglichkeiten der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen statt. "Es war sehr interessant, die Unterschiede in der deutschen und schwedischen Behindertenpolitik zu sehen und wie grundlegend anders die Menschen in Schweden sich verhalten und zusammenleben. Es war großartig, wie offen die Menschen zusammenarbeiten und wie interessiert sie am deutschen System waren. Insgesamt war es ein sehr interessanter Informationsaustausch und eine wertvolle Erfahrung für alle Beteiligten", sagt Anja, die in Schweden war.

Tagesbetreuung in in Föreningen Solåkrabyn, SchwedenDie Teilnehmenden haben zur Profilbildung in ihrer Ausbildung in der Heilerziehungspflege den Schwerpunkt "Europa" gewählt. Teil dieses Schwerpunktes ist die Durchführung eines Praktikums in einem europäischen Partnerland. Die Auszubildenden werden im Vorfeld in Blockseminaren, während des Fachunterrichts, in Selbstlernphasen und in Einzelberatungen sprachlich, inhaltlich, pädagogisch und interkulturell vorbereitet. Inhaltlich-fachlich geht es um Themen wie kultursensible Pflege, Arbeiten im interkulturellen Team, UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und deren Umsetzung in Europa, Einrichtungen der Behindertenhilfe im europäischen Vergleich und die Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur, teilweise bilingual Deutsch-Englisch. Die sprachliche Vorbereitung wird im Englischunterricht, mit Online-Kursen und in Selbstlernphasen geleistet. So wird zum Beispiel auch ein Glossar von Fachbegriffen in der jeweiligen Landessprache erstellt. "Die Englischkenntnisse der Angestellten waren nicht so gut, jedoch hat die Kommunikation dennoch mithilfe von Gestik und Mimik gut funktioniert. Angestellte, Leitung und das Klientel waren äußerst freundlich. Es wurde sehr darauf geachtet, dass es uns gut geht", fand Patrick.

Op de Bies, Niederlande"Die kulturelle und pädagogische Vorbereitung umfasst, die Lebenswelt der zu betreuenden Personen im Gastland, Informationen über das Gastland und die aufnehmende Einrichtung: Umgangsformen und Tabus, Arbeitskultur, Inhalt und Wissen über die Struktur der Gasteinrichtung, Erwartungen der aufnehmenden und entsendenden Einrichtungen und des Praktikant/innen." so eine Lehrerin des europäischen Schwerpunkts. "Ich bin froh und dankbar diese Möglichkeit bekommen zu haben. Sie wird mir auf jeden Fall auch in meinem zukünftigen Lebensweg in Erinnerung bleiben", ist Laura, die in Ungarn war, sich sicher.

Rollstuhltraining in Op de Bies, NiederlandeIn Schweden fanden die Praktika bei Föreningen Solåkrabyn in Järna bei Stockholm, in den Niederlanden in der Einrichtung Op de Bies der Koraalgroep in Landgraaf und in Ungarn mit der in Budapest ansässigen Organisation Hand in Hand Foundation statt. Die gewonnenen Erkenntnisse über das Leben von Menschen mit Behinderung in den Bereichen Wohnen, Arbeiten und Freizeit in so unterschiedlichen Ländern wie Schweden, den Niederlanden und Ungarn wurden mit der Situation in Deutschland (Gestaltung und Stand der Inklusion, gesetzliche Rahmenbedingungen) verglichen. Die Ergebnisse der Aufenthalte werden in den Schulalltag für die Schüler/innen aller Ausbildungsgänge und das Kollegium zugänglich gemacht, beispielsweise in Form von Präsentationen, Erfahrungsberichten und einer Fotoausstellung.

Im Rahmen der Antragsrunde 2015 konnte ein ERASMUS+-Projekt "Mobilität von Lernenden und Bildungspersonal im Bereich Berufsbildung“ erfolgreich, diesmal für zwei Jahre, beantragt werden. Hierfür wurden neue Partnerorganisationen in Italien und Österreich hinzugewonnen. Unterstützt werden 30 zweiwöchige Auslandspraktika für Auszubildende des Schwerpunkts "HEP in Europa - grenzenlos interkulturell" in den Jahren 2016 und 2017.

Text: Silke Reuter

 
 

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