Ultraschallpfeifen sorgen für mehr Lebensqualität

Modernes Wohnangebot für Menschen mit geistiger Behinderung in Olpe.

Grundsteinlegung für die neue Wohnstätte der Lebenshilfe NRW. Von links Herbert Frings (Geschäftsführer Lebenshilfe NRW), Melanie Pohl, Silvia Zeppernfeld (beide Nutzerinnen der Lebenshilfe NRW und künftige Bewohnerinnen) und Thomas Bär (Erster Beigeordneter der Stadt Olpe)
Grundsteinlegung für die neue Wohnstätte der Lebenshilfe NRW. Von links Herbert Frings (Geschäftsführer Lebenshilfe NRW), Melanie Pohl, Silvia Zeppernfeld (beide Nutzerinnen der Lebenshilfe NRW und künftige Bewohnerinnen) und Thomas Bär (Erster Beigeordneter der Stadt Olpe)
 

Olpe. Den Grundstein für ein neues Wohnangebot für Menschen mit geistiger Behinderung legt die Lebenshilfe Wohnen NRW gGmbH (Lebenshilfe NRW) An der Schingerskuhle 1a in Olpe. Im Neubau werden stationäre und ambulante Wohnangebote für Menschen mit Behinderung geschaffen. Insgesamt werden dort künftig 23, zum Teil schwerstmehrfachbehinderte Menschen, ein neues Zuhause finden. Sie werden auf ein neues technisches Assistenzsystem zurückgreifen können, das ihnen hilft, ihren Alltag unabhängiger zu gestalten.

„Der Neubau ist notwendig geworden, weil unsere bisherigen Wohnangebote, Grubenstraße und Am Silberweg den Bedürfnissen von älter werdenden Menschen mit Behinderung nicht mehr gerecht werden“, sagt Michaela Paulus, Bereichsleiterin Wohnen und ambulante Wohnangebote der Lebenshilfe NRW. „Neben dem stationären Wohnen mit 19 Plätzen, einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft mit vier Plätzen sowie zwei Krisenplätzen bieten wir zusätzlich eine Tagesstätte für die Bewohner, die nicht oder nicht mehr in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten können“, sagt Paulus.

In Kooperation mit der ambiHome GmbH und der RWTH Aachen University werden im Gebäude Möglichkeiten der Mensch-Technik-Interaktion geschaffen. „Diese technischen Assistenzsysteme erlauben gerade den Menschen mit schwerstmehrfacher Behinderung ein größeres Maß an Selbstbestimmung und Eigenständigkeit in ihren eigenen vier Wänden. Damit wird die individuelle Lebensqualität dieser Menschen verbessert“, erklärt Paulus. Ultraschallpfeifen, die unabhängig von Elektrizität sind, werden in bestehende Smart-Home-Systeme integriert. Sie sind auch kostengünstiger als gängige Steuerungssysteme. So integriert in Lichtschalter, Bett, Fenster, Sessel dienen sie der Informationsübertragung und Bewegungsanalyse. Auf diese Weise können mit ihnen Hausautomations- und Notfallrufsysteme gesteuert werden. „Diese Ultraschallpfeifen erzeugen bei mechanischer Betätigung, beispielsweise eines Schalters ein Ultraschallsignal. Ein Empfangsgerät wandelt dieses Signal in für die Bewohner nützliche Funktionen um. Beispielsweise öffnet sich eine Türe oder ein Fenster schließt sich automatisch“, sagt Jörg Siebert, Fachbereichsleiter EDV der Lebenshilfe NRW. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Geplant wurde das Haus vom Aachener Architektenbüro BFT Planung GmbH. „Eine besondere Herausforderung für uns war die Hanglage des Gebäudes, verbunden mit der Aufgabe, für alle Nutzungsbereiche eigene barrierefreie Eingänge zu schaffen. Doch die herausragende Lage des Gebäudes mit der direkten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist auch für uns nicht alltäglich“, erklärt Lars Kuper von BFT Planung. Sein Büro hat nicht zum ersten Mal für Menschen mit Behinderung gebaut. „Wir sind erfahren beim Bauen für Menschen mit Behinderung und auch für örtliche Lebenshilfen haben wir bereits gebaut. Zur Zeit planen wir schon wieder für eine Lebenshilfe,“ sagt Kuper.

Text und Bilder: Philipp Peters | 17. März 2017

 
 
 
 
 
 

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